„Du Scheidungsschl#mpe“

Klassenlehrerin Reimer weiß keinen Rat. Sie möchte ihrer Schülerin Jasmin, 15 Jahre alt, dringend beistehen, ist aber voller Angst und Ratlosigkeit. „Ich würde ihr so gerne helfen, habe aber Angst davor, alles falsch zu machen. Ich habe sogar Angst vor Jasmin selbst. Mir ist das alles bloß unheimlich.“

Die Situation: Seit einem Jahr sind Jasmins Eltern geschieden. Jasmin lebt bei der Mutter, ihr zwei Jahre älterer Bruder Ben beim Vater. Die Scheidung muß extrem konfliktreich gewesen sein; der Haß der Eltern gegeneinander hat sich auf die Kinder übertragen. Vor allem Ben wütet – auch im Netz – gegen seine Mutter und erfand die Vokabel „Verf!ckte Scheidungsschl#mpe“. Als Jasmin ihm deswegen entgegentrat, nannte er sie ebenfalls so und verbreitete den Schimpfnamen in der gesamten Mittelstufe.

Frau Reimer hat solche Beschimpfungen mehrfach mitbekommen und hat sehr wohl wahrgenommen, daß Jasmin entsetzlich leidet und ihre soziale Lebendigkeit weitgehend verloren hat. „Stellen Sie sich vor: Ich habe mir immer Mühe gegeben, ihr gegenüber so zu tun, als bekäme ich nichts mit. Dafür schäme ich mich, aber ich weiß wirklich nicht, w a s ich w i e machen soll.“

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