Der Mathematiklehrer Schneider betritt den Raum der 9. Gesamtschulklasse, geht ganz langsam zum Lehrertisch, in den Händen vor sich hertragend den Heftstapel der letzten Klassenarbeit. Er dreht sich zur Klasse um; die jungen Leute verstummen etwas beklommen und erwartungsvoll. Herr Schneider hebt mit ausgestreckten Armen den Stapel hoch, senkt ihn wieder, wiederholt den Vorgang einige unerträgliche Minuten lang und blickt dabei schweifend über die Klasse. Plötzlich zieht er die Hände auseinander, die Hefte knallen laut auf den Tisch, stieben auseinander und rutschen nach allen Seiten auf den Boden.
Zwei Jungs an ersten Tisch stehen auf, um die Hefte einzusammeln, da sagt Herr Schneider: „Lasst das mal bleiben! Ich kann es nicht verantworten, euch sowas anfassen zu lassen. Das ist alles so unterirdisch, dass ich manchmal denke, ich sollte mir einen anderen Beruf suchen.“ Er verstummt, blickt wieder in die Runde, bückt sich, hebt ein Heft auf, liest den Namen und fährt fort: „Benjamin, na klar, aber nicht allein. Du bist in bester Gesellschaft. Wisst ihr, was ihr seid? Ihr seid der Restmüll der Bildung.“
Zwei Schüler aus dieser Klasse fragen den Berater: „Dürfen Lehrer ihre Schüler beleidigen?“ Der Berater antwortet: „Nein, das dürfen sie nicht.“ Er fragt: „Was würdet ihr jetzt am liebsten machen?“
