Der Sitzkreis

Erkan, 4, Klasse, war letzten Freitag wieder einmal sehr aufsässig gewesen. Er hatte sich mit einem Klassenkameraden geprügelt und mit dem Zeigestock Mädchen den Rock hochgehoben. Die Klassenlehrerin, Frau Schwebe, konsultiert die Sozialpädagogin Müller, die an der Schule für die Schulsozialarbeit zuständig ist. Beide kommen überein, dass es sich – auch – um ein Gruppenproblem handelt, das in und mit der Klasse bearbeitet werden muss. Dazu soll der montägliche Sitzkreis der Kinder dienen; und die Sozialpädagogin wird den Prozess moderieren.

Am Montag wird die Klasse im Kreis gesetzt, und Erkan kommt auf einen Stuhl in der Mitte. Frau Müller wendet sich an Erkan: „Du weißt ja, dass du dich nicht richtig verhalten hast. Jetzt sollen deine Klassenkameraden die Gelegenheit bekommen, dir einmal zu sagen, was ihnen an dir nicht gefällt und wie du dich ändern kannst.“

Die Schulleiterin nannte dieses Vorgehen „eigenwillig, aber effektiv“.

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