Robin

Seit etwa vier Wochen geht Robin (Klasse 8) der Klassenlehrerin Waage unablässig auf die Nerven: Er macht seine Hausaufgaben nicht, kommt zu spät, schwätzt unablässig und lenkt sein Umfeld ab. Er lacht immer wieder scheinbar ohne Anlass, gibt sich in den Pausen angeberisch und zuweilen aggressiv. Zunehmend gefährdet sein Verhalten den geordneten Ablauf des Deutschunterrichts; ähnliches wird von allen Mitgliedern des Klassenteams berichtet. Auf Zurechtweisungen, auch auf höfliche Bitten, reagiert der Junge abweisend bis schnippisch. 

Die Lehrerin vermutet häusliche oder andere Hintergründe schwerwiegender Art und lädt Robin zu einem Gespräch, dessen zeitlichen Rahmen sie auf eine Schulstunde festgesetzt hat. Robin ist anfangs schweigsam, geradezu störrisch und verweigert jede Auskunft. 

Schließlich wird er von Tränen und krampfartigem Zittern überwältigt, und unter unablässigen Beteuerungen, doch nicht petzen zu wollen, berichtet er, dass er sein mehr als einem Monat von vier Klassenkameraden fast täglich „abgezogen“ werde. Er habe schon über 300 Euro vom Sparbuch eingebüßt, ebenso sein Handy, das er seinen Eltern als verloren gemeldet hatte. Die Eltern wüssten nichts von allem; der Vater hielte ihn für einen Feigling. Und die Lehrerin müsse alles für sich behalten, „…sonst bin ich in der Klasse auch bei allen andern abgemeldet!“

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